Sachsen ist begehrter Wirtschaftspartner für die russische Republik Tatarstan
Die Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und Tatarstan, einer Autonomen Republik in Russland, soll zu gemeinsamem Nutzen fortgeführt werden. Darüber waren sich alle Beteiligten am Treffen im November in Dresden einig.
Seit 2006 unterstützt die Wirtschaftsförderung Sachsen kontinuierlich Geschäftsanbahnungen mit Unternehmerreisen, oft gemeinsam mit dem Sächsischen Wirtschaftsministerium. Um am russischen Markt ernst genommen zu werden, braucht man eine gewisse Größe. Einzelne KMU haben deshalb kaum Chancen, dort Fuß zu fassen. „Wichtig ist, einen kompetenten Geschäftspartner und eine Kontrolle vor Ort zu haben, ein gewisses Vertrauensverhältnis her-zustellen sowie Kenntnisse der russischen Mentalität zu erwerben", erklärte Stefan Jugel, Geschäftsführer der P-D Glasseiden GmbH Oschatz. Gemeinsam mit dem Partner Tatneft AG baute sein Unternehmen ein großes Glasfaserwerk in der Sonderwirtschaftszone Alabuga mit einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro. Es soll Produkte für die Bau- und Automobilindustrie herstellen. Dabei wird dem tatarischen Geschäftspartner das Oschatzer Know-how im Rahmen einer Lizenzvereinbarung zur Verfügung gestellt. Russische Mitarbeiter erhalten ihre Schulungen in Oschatz. 275 Arbeitsplätze wurden in Alabuga geschaffen, inzwischen existiert auch eine eigene Projektabteilung. Die Freihandelszone bietet ausländischen Unternehmen einige Vorteile. So kann man mit festen Parametern rechnen, Anschlüsse sind komplett vorhanden und es existieren Bürogebäude, in die man sich anfangs einmieten könne. Große Erleichterung bringt eine zentrale Zollstation vor Ort. Auch Fachleute mit guter Ausbildung findet man vor. „Da Importprodukte mit hohen Einfuhrzöllen belegt sind, lohnt sich die Produktion vor Ort", sagte Stefan Jugel weiter. Neben der petrolchemischen Industrie sind die Textil- sowie die Luft-und Raumfahrtindustrie stark vertreten. Sächsische Unternehmen der Luftfahrtindustrie sowie Forschungseinrichtungen wollen mit tatarischen Partnern bei Fragen des Reengineerings, des Komponentenbaus sowie bei der Entwicklung und dem Einsatz moderner Verbundwerkstoffe kooperieren. Zudem wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der TU Chemnitz und der Kazaner Staatlichen Technischen Universität „Tupolev" unterzeichnet. Beide Hochschulen werden gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte im Bereich Maschinenbau und Luftfahrtindustrie entwickeln. Unter der Leitung der sächsischen Verbundinitiative Maschinenbau VEMAS und der KUKA GmbH Schwarzenberg werden Unternehmen des sächsischen Formen- und Werkzeugbaus mit dem größten russischen LKW-Produzenten KAMAZ zusammenarbeiten. Die IHK Leipzig, die bereits seit 2003 rege Beziehungen mit der IHK Tatarstan pflegt, will sich künftig vor allem bei Fragen der Berufsausbildung im russischen Partnerland engagieren.
„Die Bedeutung der Erneuerbaren Energien ist gewachsen, hier möchten wir die Erfahrungen Sachsens gern übernehmen", sagte der tatarische Minister für Industrie und Handel, Ravil Zaripov. Dazu sollen im ersten Halbjahr 2010 Expertengespräche zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie zur Anwendung von Nanotechnologien in Sachsen stattfinden.
Simone Pflug
Hintergrund
Die Sonderwirtschaftszone (SWZ) Alabuga befindet sich etwa 800 Kilometer östlich von Moskau. Hier soll ein Cluster im Bereich des Fahrzeugbaus entstehen. Auf dem Territorium einer SWZ gelten Zoll- und Steuervergünstigungen für Residenten. Um den Residentenstatus zu erlangen, muss der Investor eine juristische Person mit Sitz in der SWZ gründen und mit der Verwaltung der SWZ eine Investitionsvereinbarung abschließen.Darin muss er sich zu einer Investition von mindestens 10 Millionen Euro verpflichten.
Quelle: BEITEN BURKHARDT · RECHTSANWÄLTE
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Die Änderungen durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz ermöglichen es, steuerlich ab dem 01.01.2010 geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) wahlweise nach bis zu drei Methoden abzuschreiben. In Betracht kommen:
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Vom 10.-12. September 2010 finden erstmals in Chemnitz die „Tage der Industriekultur" statt. Drei Tage lang wird an die erste große Blüte der Stadt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert erinnert. Gleichzeitig präsentiert Chemnitz seine dynamische industrielle Gegenwart und Zukunft.
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